Eigentumswohnungen in Dresden – was sie kosten und wo es welche gibt
Der Markt für Eigentumswohnungen erholt sich. Trotzdem bleiben die Preise vergleichsweise niedrig.
Dresdens Immobilienmarkt gehört derzeit zu den spannendsten in Deutschland, insbesondere für Eigentumswohnungen. Zum einen scheint das Verkaufsinteresse wieder anzuziehen. Zum anderen liegen die Preise auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Wie groß ist das Angebot an Eigentumswohnungen in Dresden, welche Kosten fallen an und wie hoch ist die Nachfrage? Das sind die wichtigsten Kennzahlen – einschließlich Stadtteil-Ebene.
Wie hoch ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen?
Die Talsohle ist durchschritten, der Eigentumswohnungsmarkt erholt sich. Von 2023 auf 2024 stieg die Zahl der Verkäufe in Dresden um 53 Prozent. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 3.324 Kaufverträge für Wohnungs- und Teileigentum in Dresden unterschrieben. Vor allem im zweiten Halbjahr zog das Interesse spürbar an. Zum Vergleich: 2023 waren es lediglich 2.175 Kaufabschlüsse, wie aus den Zahlen des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervorgeht. Die Folgen von Krieg, Inflation, steigenden Baukosten und höheren Zinsen hatten sich ab 2022 in geringeren Verkäufen bemerkbar gemacht.
Was kosten Eigentumswohnungen in Dresden?
Zwar steigen mit zunehmender Nachfrage auch in Dresden die Preise für Eigentumswohnungen, allerdings zahlen Käufer im Durchschnitt deutlich weniger als vor Beginn der Flaute. Laut dem Maklerportal Immobilienscout24.de lag der durchschnittliche Angebotspreis im ersten Quartal 2025 bei 2.840 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Je nach Lage und Alter der Wohnung variiert die Preisspanne erheblich: Die günstigste Wohnung wurde für 1.728 Euro/m² angeboten, die teuerste für 7.008 Euro/m².
Städtevergleich:
- Berlin: Durchschnitt 4.178 Euro/m², Spitzenpreis 11.649 Euro/m².
- München: Durchschnitt 7.810 Euro/m², Spitzenpreis 8.663 Euro/m².
- Leipzig: Durchschnitt 2.554 Euro/m², Höchstpreis 6.428 Euro/m².
Nicht ohne Grund zählt Dresden zu den sogenannten B-Städten des deutschen Immobilienmarkts: Die Stadt entwickelt sich dynamisch, Nachfrage und Preise liegen jedoch unter denen der A-Städte wie Berlin oder München, in denen auch internationale Akteure aktiv sind.
Wie unterscheiden sich neue und Bestandswohnungen?
Neue Eigentumswohnungen:
Bei erstverkauften, neuen Eigentumswohnungen konnten 2024 erneut Preisnachlässe festgestellt werden, berichtet der Dresdner Gutachterausschuss, der dafür alle auswertbaren Kauffälle berücksichtigt hat. So sank der durchschnittlich gezahlte Kaufpreis 2024 von rund 6.000 Euro pro Quadratmeter auf 5.565 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche — ein Preisabschlag von etwa sieben Prozent.
Bestandswohnungen:
Der durchschnittliche Kaufpreis weiterverkaufter Wohnungseigentums lag 2024 bei rund 2.610 Euro pro Quadratmeter und damit nahe dem Vorjahreswert von 2.630 Euro.
In welchen Stadtteilen sind Eigentumswohnungen teurer?
In der Inneren Altstadt kostete der Quadratmeter Wohnraum im ersten Quartal durchschnittlich 3.947 Euro. Damit ist Dresdens historische Kulisse mit dem Neumarkt im Zentrum das teuerste Pflaster der Stadt, wie aus dem Immobilienscout24-Preisatlas hervorgeht. Ein weiterer City-Stadtteil mit überdurchschnittlich hohen Preisen ist die benachbarte Wilsdruffer Vorstadt, zu der auch das Wohnviertel an der Herzogin Garten gehört. Der Quadratmeter kostet dort im Schnitt 3.437 Euro.
In beiden Stadtteilen sind in den vergangenen Jahren recht viele Eigentumswohnungen für den Erstbezug auf den Markt gekommen. Die Innere Neustadt mit Hauptstraße, Königstraße und Barockviertel reiht sich mit 3.436 Euro ein. Ebenfalls in den Top‑5 befinden sich die innenstadtfernen, beliebten Stadtteile Loschwitz/Wachwitz und Blasewitz. Auch diese locken mit Elbnähe und bieten darüber hinaus viel Natur. So wurden in Loschwitz/Wachwitz im ersten Quartal durchschnittlich 3.447 Euro pro Quadratmeter verlangt, in Blasewitz 3.266 Euro.
Wo sind die Wohnungspreise niedriger?
Dresdens Stadtränder bieten im Durchschnitt die günstigsten Eigentumswohnungen und darüber hinaus mehr Grün und Ruhe. An der Spitze steht die Ortschaft Schönfeld/Schullwitz: Der Quadratmeter kostete dort im ersten Quartal 2.347 Euro. Dahinter folgen Gorbitz-Süd mit 2.390 Euro sowie Langebrück/Schönborn, ganz im Norden, mit 2.406 Euro.
Wie hoch ist das Angebot an Eigentumswohnungen?
Anfang Juli waren bei Immobilienscout24 in Dresden mehr als 840 Eigentumswohnungen inseriert (Leipzig: mehr als 1.500). Die meisten Angebote gab es im Dresdner Westen: In Löbtau und Cotta lagen insgesamt mehr als 100 Wohnungen auf dem Markt. Auch die Stadtteile Mickten und Pieschen verzeichneten ein überdurchschnittlich großes Angebot – zusammen etwa 80 Eigentumswohnungen. Wenige bis gar keine Angebote gab es in den tendenziell günstigeren Stadtteilen und Ortschaften am Stadtrand. Wer in Schönfeld/Schullwitz, Langebrück/Schönborn, Weixdorf oder Hellerau/Wilschdorf nach Wohneigentum sucht, dürfte Geduld benötigen. Zu den teuersten Angeboten gehört eine Neubauwohnung in Elbhanglage in Loschwitz/Wachwitz: 1,8 Millionen Euro für rund 220 Quadratmeter Wohnfläche in fünfeinhalb Räumen, zuzüglich Garten. Pro Quadratmeter ergibt sich damit mehr als 8.200 Euro.




