Gegen den Ost-Trend: Immobilien in Dresden und Leipzig werden teurer
Nach neuen Berechnungen sinken in vielen ostdeutschen Regionen die Preise für Eigentumswohnungen. Anders in den beiden großen sächsischen Städten. Auch das jeweilige Umland profitiert.
Die sächsische Landeshauptstadt Dresden verbucht den Berechnungen zufolge Zuwachs – um jährlich 1,3 Prozent. Den Quadratmeterpreis für Leipzig und Dresden beziffert die Studie mit jeweils rund 3205 Euro als durchschnittlich. Zum Vergleich: In Potsdam beträgt der Quadratmeterpreis dem-nach 5897 Euro, in Ludwigshafen 2859 Euro. Beide Städte zählen zu den Kommunen, die dem Wohnatlas zufolge Zuwachs beim Verkauf verzeichnen. Er basiert auf Erhebungen des Hamburger Instituts für Weltwirtschaft im Auftrag der Bank. Erfasst und berechnet wurden inflationsbereinigte Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand.
Es handelt sich um Durchschnittswerte für Regionen. Wie sich die Preise tatsächlich entwickeln, hängt der Bank zufolge im Einzelfall stark von Faktoren wie Lage, Infrastruktur und Nachfrage vor Ort ab. Vom Positiv-Trend kann in Sachsen das Umland von Leipzig und Dresden profitieren. In den Kreisen Nordsachsen und Leipzig erhöht sich der Verkaufspreis bis 2035 um Werte zwischen 0,2 und knapp 0,4 Prozent jährlich. Schwächer ist die Entwicklung in den an Dresden grenzenden Kreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen ausgeprägt. Dort bleiben die Preise dem Atlas zufolge konstant oder erhöhen sich allenfalls um bis zu knapp 0,2 Prozent jährlich. In Chemnitz sowie den weiteren sechs Landkreisen Görlitz, Bautzen, Mittelsachsen, Zwickau sowie dem Vogtland- und dem Erzgebirgskreis fallen die Kaufpreise im Zehnjahrestrend. Bis 2035 sollen sie dort um jährlich bis zu 1,5 Prozent sinken. Das trifft auch auf etliche Kreise in Sachsen-Anhalt und Thüringen zu. Einen Grund sehen die Autoren des Wohnatlas im dort erwarteten Bevölkerungsrückgang. Für Sachsen beziffert die Studie die Kaufpreisentwicklung bis 2035 auf durchschnittlich minus 0,1 Prozent. Kaufinteressierte können also – zumindest außerhalb der beiden Zentrumsregionen – mit abnehmenden realen Preisen rechnen.
Auf dem Wohnungsmarkt zeigt sich immer deutlicher, dass die sozioökonomische Lage, definiert als wirtschaftliche Stärke und demografische Entwicklung, über die künftige Wertentwicklung entscheidet. Vor allem dort, wo Menschen zuziehen, Arbeitsplätze entstehen und Wohnraum knapp bleibt, hätten Bestandswohnungen gute Aussichten auf weitere Wertzuwächse. Kaufpreise in Leipzig für Wohnungen steigen langfristig vor allem dort, wo die Prognosen auf ein Wachstum und eine Verjüngung der Bevölkerung steigt.
Sachsen ist kein einheitlicher Immobilienmarkt.
Ein besonders hoher prozentualer Anstieg entstehe oft dann, wenn im Vergleich zu anderen Großstädten die Quadratmeterpreise noch moderat seien. Der Verband der sächsischen Wohnungswirtschaft sieht eine Spreizung des Marktes. In Leipzig und Dresden brauchen wir wieder wirtschaftlich darstellbaren bezahlbaren Neubau, Bestandsentwicklung und geförderte Wohnungen.
In schrumpfenden Regionen benötige es verlässliche Programme für Stadtumbau, Rückbau sowie altersgerechte Modernisierung und Infrastruktur. Leipzig wird weiter wachsen und die Preise werden – aufgrund des relativ zu vergleichbaren Städten noch eher niedrigen Preisniveaus daher überproportional steigen.In Dresden stünden Investitionen in Wohnraum im Mittelpunkt. In ländlichen Regionen gehe es dagegen stärker unter anderem um Erhalt und altersgerechte Anpassung der Bestände.





