Mieten und Bauland-Preise in Sachsen steigen
Für neu vermietete Wohnungen werden im Schnitt sieben Euro pro Quadratmeter verlangt. Am höchsten ist die Belastung in den Großstädten, doch auch auf dem Land wird Wohnen teurer.
Der Trend zeigt nach oben: In Sachsen haben sich im vergangenen Jahr die Mieten erhöht. Wie aus Daten der Staatsregierung hervorgeht, lag die Angebotsmiete im Freistaat Ende 2024 bei durchschnittlich 6,99 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr zuvor waren es 6,68 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 4,6 Prozent. Angebotsmieten bezeichnen in der Regel die kalten Kosten für unmöblierte Wohnungen, die inseriert werden. Regional weisen die Zahlen, die das Infrastrukturministerium in der Antwort auf eine Anfrage der Linken veröffentlichte, große Unterschiede auf.
Aber: Gestiegen sind die Angebotsmieten in allen zehn sächsischen
Kreisen und den drei Großstädten.
Spitzenreiter bleibt Leipzig. Dort hat sich die durchschnittliche Angebotsmiete binnen eines Jahres um knapp neun Prozent auf 9,26 Euro je Quadratmeter erhöht. In Dresden ging es um etwa fünf Prozent auf 8,80 Euro nach oben. Auch im Umland dieser beiden Städte sind die durchschnittlichen Angebotsmieten pro Quadratmeter vergleichsweise hoch: In Nordsachsen wurden 7,02 Euro (plus rund fünf Prozent)
fällig, im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 6,98 Euro (plus rund drei Prozent). Im Kreis Leipzig lag die Angebotsmiete bei 6,91 Euro (plus etwa sechs Prozent). Die anderen Kreise sowie die Stadt Chemnitz verzeichnen Miethöhen zwischen 5,30 Euro (Vogtland) und 6,50 Euro (Kreis Meißen).
Sachsens Haushalte bezahlten 2024 zwischen einem Fünftel und einem Viertel ihres Einkommens für Miete.
Die sogenannte Mietbelastungsquote lag zwischen 20,2 Prozent im Vogtlandkreis und 25,1 Prozent in Dresden. Der sachsenweite Wert: 23,3 Prozent. Die Quote beziffert den Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen. Die Mietbelastung wird zudem als Index ermittelt. In dieser Rechenweise liegt der Sachsenwert stets bei 100. In Dresden und Leipzig beträgt er rund 125 beziehungsweise rund 148. Nordsachsen liegt als einziger Kreis knapp über 100. In den anderen Regionen ist der Wert unter 100. Das zeigt: In den Großstädten und deren Umland wird für Miete mehr fällig als anderswo Auch bei den Kaufpreisen für Bauland wird ein Stadt-Land-Gegensatz deutlich. Sie sind gestiegen, aber nicht überall. Der Durchnittswert für Sachsen lag 2024 bei knapp 103 Euro pro Quadratmeter. Damit hat er sich binnen Jahresfrist um rund ein Drittel erhöht. Die höchsten Preise wurden in Dresden (rund 400 Euro) und Leipzig (rund 350 Euro) aufgerufen, in beiden Zentren sind sie gestiegen.
Teures Bauland in Städten
In den Kreisen Görlitz (rund zehn Euro) und Bautzen (rund 32 Euro) sank jedoch der Quadratmeterpreis um jeweils mehr als 40 Prozent. Die größte Steigerung gab es im Kreis Meißen: Dort erhöhte sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis um mehr als 160 Prozent auf rund 112 Euro. Das Infrastrukturministerium betonte, die Kaufwerte ließen sich nur bedingt für einen zeitlichen Vergleich nutzen, da sie auf jeweils anders gearteten Einzelfällen basierten. Die Ministeriumsantwort weist
keine Gründe für Veränderungen auf. Doch lässt sich klar die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Regionen Dresden und Leipzig erkennen.
Im Bundesvergleich lebt es sich in Sachsen jedoch eher günstig
In den 14 deutschen Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohnern betrug die Angebotsmiete im Schnitt 13,34 Euro (2023). Die Wohnungsexpertin der Linken im sächsischen Landtag, Juliane Nagel, drängt auf die Verlängerung der Mietpreisbremse. „Mieten werden stetig erhöht, es entsteht viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum“, hatte sie zum Tag der Wohnungslosen Mitte September gefordert. Das Instrument solle auch für Neubauten und Modernisierungen gelten. Grünen-Politiker Thomas Löser hatte unlängst höhere Fördersätze für Sozialwohnungsbau angeregt. Millionen Euro werden nach seiner Darstellung nicht abgerufen, wenn die Sätze hinter der Preisentwicklung bleiben.




